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Geo-Engineering

oder: können wir die Temperatur des Planeten ingenieursmäßig verändern?

Schon seit vielen Hunderten von Jahren hat der Mensch aktiv versucht, das Wetter zu beeinflussen Doch erst 1946 fand der Chemiker und Physiker Irving Langmuir heraus, wie man mit Hilfe von Silberjodid Wolken künstlich abregnen lassen kann. Heute nutzen vor allem die Chinesen die Technologie in der Landwirtschaft. Sie setzten das Silberjodid auch ein, um 2008 bei den olympischen Spielen für gutes Wetter zu sorgen. In Deutschland werden Wolken unter anderem „geimpft“, um die Hopfenernte vor Hagel zu schützen.

Aber kann der Mensch durch gezielte Eingriffe mit technischen Mitteln auch den bevorstehenden Klimawandel vermeiden?

Große Vulkanausbrüche können zu einer globalen Abkühlung des Klimas um ein paar Zehntel Grad führen. Zuletzt war das 1992 beim Ausbruch des Pina Tubo auf den Philippinen zu beobachten. Ein Kühlungseffekt entsteht, weil Vulkane die Gesamt-Albedo des Planeten erhöhen (siehe Thema Meereis-Schmelze). Albedo bezeichnet das Verhältnis aus reflektierter zu einfallender Strahlung. (Der Begriff wird verwendet, um das „Rückstrahlvermögen“ eines Körpers zu beschreiben.) Hat eine Oberfläche eine Albedo von 50%, heißt das, die Hälfte der auf sie einfallenden Strahlung wird wieder reflektiert. Der Grund für den verstärkten Rückstrahleffekt sind winzige, schwefelhaltige Partikel (oder auch Aerosole), welche die Vulkane bei großen Ausbrüchen hoch in die Atmosphäre „blasen“. Diese Partikel reflektieren dort einfallende Sonnenstrahlung wieder ins All zurück. Damit steht weniger Sonnenenergie zur Verfügung, um die Erdoberfläche zu erwärmen.

Dieser Abkühlungseffekt ist allerdings nicht von Dauer. Schon nach ein paar Jahren ist durch atmosphärische Transportprozesse die Zahl der verbleibenden Partikel deutlich abgesunken und der Kühlungseffekt praktisch nicht mehr spürbar.

Könnte der Mensch die Temperatur unseres Planeten auf entsprechende Weise beeinflussen? Beispielsweise, indem er Schwefelaerosole mit Hilfe von Heißluftballons oder Raketen in die Stratosphäre bringt? Das klingt zunächst nach Science-Fiction. Und doch diskutieren inzwischen manche Experten diese Möglichkeit, da sie technisch umsetzbar erscheint und sogar kostengünstig sein könnte. Die Mehrzahl der Klimawissenschaftler steht allerdings einem solchen massiven Eingriff ins Klimasystem äußerst kritisch gegenüber. Sie befürchten schwerwiegende Nebeneffekte wie eine Schädigung der Ozonschicht, eine Störung des hydrologischen Kreislaufs, sowie negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen, Tier- und Pflanzenwelt.

Weiterführende Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Geo-Engineering
http://www.hagelinformation.de/themen/hagelraketen/index.php
http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Hagel